„Legendewagen“ – durch alle Länder der Erde.

07.07.2015

Es ist die Geschichte eines unglaublichen Abenteuers: Gunther Holtorf fuhr mit seinem Mercedes 300 GD durch alle befahrbaren Länder der Erde. 26 Jahre war er mit dem blauen G-Modell unterwegs, das seine inzwischen verstorbene Frau Christine auf den Namen „Otto“ getauft hat. Die Holtorfs lebten während der gesamten Zeit in ihrem „Otto“ und konnten so an Orte fernab der Zivilisation fahren: In die hintersten Winkel Afrikas, quer durch Savannen, Wüsten, bis in den undurchdringlichen Dschungel des Kongo; in abgeschottete Staaten wie Nordkorea, Myanmar oder Bhutan; über 5000 Meter hohe Pässe in den Anden, am Mt. Everest oder auf dem Karakorum-Highway.
Nie zuvor war ein Auto in allen befahrbaren Ländern der Erde: 215 Staaten, Regionen und Territorien hat „Otto“ besucht. Anfang Oktober 2014 endete seine Reise offiziell mit einem Besuch am Brandenburger Tor in Berlin. Doch bevor er eine neue Heimat im Mercedes-Museum in Stuttgart findet, war Gunter Holtorf am 6. Juli mit einem Vortragsabend Gast in der Mercedes-Welt am Salzufer.
Interessenten, die den Vortrag verpasst haben, haben nun noch bis zum 09. September die Gelegenheit, „Otto“ und die dazugehörige Ausstellung in der Mercedes-Welt zu sehen. Der Eintritt ist natürlich frei.
Die Ausstellung
„Otto“ ist in der Ausstellung genau so stehen, als habe Gunther Holtorf ihn gerade für eine Übernachtung vorbereitet: Mit gemachtem Bett und offener Küche am Heck. Über die Jahre hatte der inzwischen 77-jährige sein Auto immer weiter optimiert. Jeder noch so kleine Stauraum wurde genutzt, speziell gefertigte Taschen, Haken und Bänder sicherten die Ladung auch auf den ruppigsten Pisten. Holtorf, der selber an der Konzeption der Ausstellung beteiligt war und viele der Original-Exponate zur Verfügung stellte, wollte ein Fahrzeug, mit dem er absolut autark sein konnte.
Neben „Otto“ steht in der Ausstellung ein offener Standard-Container. In ihm können die Besucher sich am medialen Lagerfeuer niederlassen und dem begabten Erzähler Holtorf lauschen, der per Video von seinen Abenteuern berichtet. Außerdem zu sehen: Die Bilder einiger der schönsten Landschaften der Erde, die der begabte Fotograf unterwegs gemacht hat, sowie eine Landkarte mit der kompletten Reiseroute.
„Otto“ ließ die Weltreisenden übrigens nie im Stich und bewältigte die fast 900.000 Kilometer ohne größere technische Probleme. Ging doch mal etwas kaputt, konnte Gunther Holtorf es mit dem Bordwerkzeug und den etwa 400 mitgeführten Ersatzteilen selber wieder richten. Viele davon reisten in mehreren Zarges-Boxen auf dem Dach. Die charakteristischen Aluminium-Kisten dienen nun auch in der Ausstellung dazu, die Exponate von verschiedenen Etappen der Reise zu präsentieren: Vom typischen Reiseproviant über eine Auswahl der exotischen Nummernschilder, die „Otto“ in vielen Ländern tragen musste bis hin zu den zahlreichen Ersatzteilen.