Mercedes-Benz

KPM Mitmach-Manufaktur.

31. Oktober 2019

Porzellan fasziniert.

Do it yourself auf Luxusniveau. Wir verraten, wie Kinder und Erwachsene in der KPM Berlin selbst zu Manufakturisten werden, warum Porzellan ein faszinierendes Material ist und Tee oder Kaffee aus einer KPM Tasse einfach besser schmeckt.

Die KPM Welt ist ein Muss für Designfans. Rund um den ruhigen Innenhof in Charlottenburg inszeniert sich die Marke, die seit über 250 Jahren für edles und exklusives Porzellan „Handmade in Berlin“ steht. „Ich strebe nicht an, dass wir die größte Porzellan-Manufaktur der Welt sind, sondern einfach nur die beste!“, formuliert Inhaber Jörg Woltmann den Anspruch. Was das bedeutet, erfahren die Teilnehmer des Mitmachprogramms mit eigenen Händen. „Früher konnten Besucher in einer musealen Schauwerkstatt das Formen von Figuren und die Malerei sehen. Aber sie durften nichts anfassen“, sagt Ausstellungsexpertin Saskia Pehl, die die Idee der Mitmach-Manufaktur entwickelt hat. „In unseren Workshops erleben sie jetzt ganz direkt die einzigartige Beschaffenheit unseres Porzellans.“

Die KPM Welt in Berlin-Charlottenburg.

„Porzellan hat seine eigene Faszination“.

Seit eh und je kauft die KPM ausschließlich die Rohstoffe, alles andere passiert im eigenen Betrieb. Aus Kaolin, Feldspat und Quarz entsteht nach geheimem Rezept die Porzellanmasse, die rund 200 Beschäftigte zu 16.000 verschiedenen Produkten verarbeiten. 29 Prozessschritte von 25 Mitarbeitern sind in 14 Tagen notwendig, um zum Beispiel eine weiße Tasse zu fertigen. Was schon beim reinen Lesen beeindruckt, wird im Workshop zur ehrfürchtigen Erkenntnis, welche exzellente Handwerkskunst die Königliche Porzellan-Manufaktur pflegt. 

Die Porzellanmasse wird aus den Grundstoffen Kaolin, Feldspat und Quarz hergestellt.

Doreen Obermann ist eine der Manufakturistinnen, die ihr Können und ihre Erfahrung in den Mitmachkursen weitergeben. „Porzellan hat seine eigene Faszination, das ist nicht zu vergleichen mit Gips, Lehm oder Ton“, sagt die Keramikerin, die seit 30 Jahren in der Produktion von Hohlgeschirr arbeitet. Die Porzellanmasse ist geschmeidig, besitzt aber eine feste Textur und durch ihre raue Körnung einen ganz eigenen Charakter. Spüren das auch die Workshop-Teilnehmer? Davon ist Doreen Obermann überzeugt. „Selbst die Männer, die zunächst eher zögerlich an das Material herangehen, können sich am Ende nur schwer losreißen.“

Ruhige Hand: Doreen Obermann zeigt den Teilnehmern der Mitmach-Manufaktur, wie das Muster des Windlichts aus der Porzellanmasse ausgeschnitten wird.

Kinder lieben das Manschen, Kleckern und Entdecken.

Das Programm bietet verschiedene Kurse. Erwachsene können einen Henkel an die Tasse fügen, das filigrane Muster eines Berlin Windlichts ausschneiden oder als Königsdisziplin eine Tasse an der Drehscheibe fertigen. Kinder gestalten Fantasietiere, bemalen Teller oder erkunden beim Workshop „Manschen, Kleckern und Entdecken“ die Geheimnisse der Porzellanherstellung – besonders beliebt auch als Event zum Kindergeburtstag. Allerdings ist etwas Geduld gefragt. Sofort mit nach Hause nehmen kann man sein Werk nicht. Es wird zugeschickt, denn zunächst muss es noch gebrannt werden, genauer gesagt zweimal: zunächst bei rund 1.000 Grad Celsius, um dem Material das restliche Wasser zu entziehen, und dann bei 1.420 Grad Celsius, damit die Glasur sich fest mit dem Scherben verbindet und das Porzellan seine endgültige Härte bekommt. Beim Brennen schrumpft das Material um 16 Prozent, was beim Formen in der Fertigung einkalkuliert wird. Tassen der Königlichen Porzellan-Manufaktur werden für eine zusätzliche Glasierung des Rands sogar ein drittes Mal gebrannt. Dies sorgt – gemeinsam mit dem nur von Hand so perfekt zu formenden Tassenrand – dafür, dass Kaffee oder Tee aus diesem Porzellan einfach besser schmeckt.

KPM Welt Berlin
Wegelystraße 1
10623 Berlin